Vor einem Jahr fand die erste Teamzusammenkunft von Racing Club Le Tissiert statt. Damals gab es nur ein Ziel: Den Triumph am Kick’n'Rush 2012. Zu Ehren von Matthew Le Tissier. Und lieber Matt, wir können es dir jetzt freudig verkünden: Es hat geklappt.

Um 18.43 Uhr Sonntagbend auf der Sportanlage des FC Kickers in Luzern ertönte er: Der Schlusspfiff der Racing zum Champion der Kick’n'Rush Liga 2012 kürte. Ein mit Stars gespicktes Turnier bot viele grossartige Spiele und zähe Fights. Das Racing das Turnier gewinnen könnte, hätte kaum einer gedacht. Freundeskreis, Who’s Electra oder Shady and The Banjo Galaxy hörte man da und dort auf dem Turnierareal als mögliche Sieger (oder wer auch immer sich noch selbst zum Favoriten ernannt hatte). Doch beginnen wir ganz vorne.

Vorbereitung
Am Freitagabend trafen wir uns zu einem Team-Building Event, wo es darum ging Vertrauen in seine Mitspieler zu gewinnen. U.a. musste man sich mit verbundenen Augen rückwärts in die Arme des Mitspielers fallen lassen! Nach der zweiten Platzwunde machte man sich dann auf den Weg in Richtung Industriestrasse an die Warm-Up Party. Ein gefährliches Pflaster für Neulinge. Prompt schauten wir zutief ins Glas und kaum einer war vor 05.00 Uhr zu Hause. Was da noch keiner wusste: Zu diesem Zeitpunkt war das Siegerinterview bereits im Kasten. Zum Glück hatte man am Samstag aber noch kein Spiel. Man konnte sich vom Freitag erholen und letzte Vorbereitungen für den Sonntag treffen (Trikots malen!). Besammlungszeit für Sonntag: 09.30 Uhr.

Gruppenphase
Der Bierkonsum am Samstag im Treibhaus hielt sich in Grenzen und so hatten wir um 10.03 Uhr ein komplettes einsatzfähiges Team beisammen. Die Trinkdisziplin am Vorabend bezahlte sich aus und prompt gewannen wir das wichtige erste Spiel gegen das Team “Sentitreff”. Der Auftakt für ein erfolgreiches Kick’n'Rush war also geglückt. Doch wie man so schön sagt: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Wir zogen uns zurück und fokussierten uns auf die nächste Partie gegen die Industriestrasse. Dank einer akribischen Analyse deren Taktik von Assistenzcoach Jost wussten wir, wo wir zuschlagen mussten. Zweites Spiel zweiter Sieg.
Schnell wurde uns klar: Wenn wir das Kader nicht verbreitern, könnte uns die Luft ausgehen. So schauten wir alle in unser Portemonnaie und eruierten wie unsere finanziellen Möglichkeiten aussahen. Es gelang der grosse Coup: Für drei Raketenglaces konnte der neunjährige Wunderkicker Jakob verpflichtet werden. Der Rest der Gruppenphase verlief dann nicht mehr so erfolgreich: Noch einen Sieg gegen “KUS my ass”-Team, ein Unentschieden gegen das Ron Orp Team und am Ende eine bittere Niederlage gegen die Kicker vom Gentlemensclub. Das Weiterkommen stand allerdings nicht in Gefahr. So kamen wir mit einem blauen Auge davon und zu unserem Trost: Auch Cederic Wermuth zog sich in dieser Party ein Feilchen zu. Er stürmte etwas gar übereifrig aus dem Tor und stoppte so allerdings erfolgreich B. Koller.


Finalrunde
48 Minuten Spielzeit trennten uns noch vom Erfolg. Plötzlich ging es Schlag auf Schlag. Kaum war die eine Partie zu Ende musste man wieder ran. Doch dieser Rhythmus schien uns gut zu tun. Wir entwickelten einen noch nie dagewesen Teamgeist und das Kämpferherzen fing immer lauter an zu schlagen. Da waren auch gewisse hitzige interne Debatten über das Captain Amt plötzlich vergessen. In Euphorie versetze uns der 6:0 Erfolg über die Storchen Equipé. Die erfahrenen Spieler in der Mannschaft wussten allerdings, jetzt nur nicht abheben. Entscheidender Faktor unserer Meinung nach: Ja nicht in Rückstand geraten. Das 1:0 hat in der Finalrunde häufig eine wegweisende Wirkung. So fasst sich Captain Moser im Viertelfinal ein Herz und zog ab. Der Torhüter von Real Miguel C.F war dran, konnte aber nicht verhindern, dass der Ball am Ende über die Linie kullerte. Kurz darauf verhinderte die Latte den zweiten Treffer. Danach gerieten wir stark unter Druck. Wir stemmten uns mit allen Mitteln gegen den Ausgleich und so genügte das eine Tor zu einem glücklichen Sieg. Da waren wir bereits im Halbfinal.
Es reichte kaum für eine Verschnaufpause, da erwarteten uns die nächsten Gegner (ich glaube es waren die Ballerinas). Roger Erni (ehemaliger SCK-Spieler) wollte im Alleingang verhindern, dass wir ins Final vorstossen. Doch wir wirkten entschlossener. Mit bereits sieben Spielen in den Knochen wurde es aber langsam hart. Da kam ein Anruf vor dem Halbfinal von Matthew Le Tissier. Er, der legendäre Kick’n'Rusher vom FC Southampton, wünschte uns viel Glück und war bereits jetzt stolz auf unsere Leistung. Dies gab uns den nötigen “Push” um Roger Ernis Truppe nach Hause zu schicken. 2:0 gingen wir in Führung. Die letzten Minuten wurde es dann allerdings noch etwas hektisch. Nach dem Anschlusstreffer stimmte die Zuordnung in der Defensive überhaupt nicht mehr. Wir retteten das 2:1 über die Zeit.
Viva con Agua hiess der übermächtige Gegner im Finale. Doch sie durften nicht gewinnen, denn wir hatten ein Problem: Lange haben wir an unseren wunderschönen Trikots gebastelt. Und keiner von uns hatte eine Kamera dabei. Im Herrenfinal realisierten wir, dass es nur vom Sieger ein Foto gab. Verlieren lag also nicht drin. So agierten wir aggressiv und entschlossen auf dem Platz. Gewisse etwas zu aggressiv: B. Koller, letztes Jahr noch beim FCL unter Vertrag, (hält sich nun mit den mageren Preisgeldern von Grümpelturnieren über Wasser) setzte Energien frei, die im Final eigentlich gar keiner mehr hat. Mit einem Kraftakt realisierte er das 1:0 für uns. Beim etwas umstrittenen Tor setzte er sich gegen zwei Gegenspieler und den Torhüter durch. Mit weiteren rüden Tacklings zog er den Zorn vom Publikum und der Turnierleitung auf sich (nach dem Finalspiel wurden in Kollers Blut zu hohe Testosteron-Werte festgestellt, es droht die Versetzung in die Herren-Liga). Doch Koller war zu fokussiert, hielt gedanklich den Krug bereits in den Händen. So reichte es dann auch in einem engen Finalspiel zum 1:0 Erfolg. Die “Racinger” lagen sich in den Armen und feierten. Und zum guten Glück gab es dann auch das lang ersehnte (Sieger)Foto mit den Trikots. Danach wurde ausgelassen gefeiert. Der Kick’n'Rush-Pokal wurde (zu oft) mit Bier gefüllt. Die letzten von uns schafften es gerade mit der Mogendämmerung (vom Montag natürlich) nach Hause.

Vielen Dank liebes Kick’n'Rush TEam für das grossartige Turnier.
Es grüsst Matthew Le Tissier

PS: Kapitalismus war als Kind schon scheisse

Statements der Sieger:
Samu R.
“Zuerst war ich sehr enttäuscht, dass ich nicht Captain wurde. Doch mit der Zeit war mir das dann egal und ich wollte einfach nur noch den Titel.”
Thea B.
“Ich habe gehört, die wollen uns in die Herrenliga schicken. Nicht mit uns. Wir Girls waren das Zünglein an der Waage. Nur dank uns haben sie gewonnen. Was wollen unsere Jungs da ohne taktische Anweisungen von mir?”
Gianluca P.
“5kg wollte ich abnehemen für das Turnier. Am Ende reichten auch die 2kg die ich schlussendlich geschafft habe, für den Erfolg.”
Max B.
“Es ist wohl der grösste Traum von jedem Luzerner und jeder Luzernerinn das Kick’n'Rush zu gewinnen. Wir freuen uns riesig. Jetzt kann uns auch der blöde D. Roth nicht mehr nerven, dass er schon gewonnen habe.”
Benedict K.
“Meine Tacklings waren schon etwas grenzwertig. Ich musste in der Gruppenphase allerdings auch einiges einstecken. Am Ende ist es schön hier gewonnen zu haben.”
Mäni B.
“Zum einem Tor hat es leider nicht gereicht. Doch ich schiesse eigentlich auch lieber daneben, weil ich das “uhhhhh” im Publikum, wenn ein Schuss vorbeigeht, so gerne höre.”
Thomi M.
“Ich musste ziemlich leiden. Das gibt wohl einen üblen Muskelkater. Auch die Kondition ist nicht mehr was sie mal war. Mit gutem Stellungsspiel kann ich allerdings einiges kompensieren.”
Jakob
“Ich hätte im Final gerne noch drei Tore gemacht, doch leider haben sie mich nicht mehr spielen lassen.”
Donat J.
“Zum Spieler des Turniers sollte es schon gereicht haben. Ich bin in absoluter Topform im Moment.”
Ann L.
“Ich zeige meinen Gegenspielern während dem Spiel mein Trikot um sie abzulenken. Das funktioniert ziemlich gut. Ich bin halt ein ziemlich schlauer Fuchs.”
Toby M. (Torhüter)
“Alles habe ich gekratzt. Das war grosses Kino. Manchmal bringe ich auch gerne die eine oder andere Showeinlage wenn es vom Resultat her drin liegt. Rushes über das halbe Feld sind bei mir keine Seltenheit.”

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